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Security Token: Regulierungen in der Schweiz

Secu­ri­ty Token: Schweiz führt umfas­sen­de Regu­lie­rung ein

Es tut sich was bei den Regu­la­to­ren.

Nach­dem das deut­sche Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Finan­zen zusam­men mit dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz ein Eck­punk­te­pa­pier für die regu­la­to­ri­sche Behand­lung elek­tro­ni­scher Wert­pa­pie­re und Kryp­to-Token unter Wah­rung des Anle­ger­schut­zes her­aus­ge­bracht hat, wird auch die Schweiz bald eine ein­heit­li­che Gesetz­ge­bung für Secu­ri­ty-Token ein­füh­ren.

Geplant ist, dass die­ser Geset­zes­ent­wurf am 1. Jän­ner 2020 in Kraft tre­ten wird, frag­lich ist, ob und was nach der bis zum 28. Juni dau­ern­den Kon­sul­ta­ti­ons­pha­se noch hin­zu­kommt bzw. geän­dert wird. Der Fokus des Schwei­zer Regu­la­tors ver­la­gert sich dabei von Pri­mär­märk­ten hin zu den Sekun­där­märk­ten für Block­chain basier­te Secu­ri­ty Token.

Zusam­men­ge­fasst hier die wich­tigs­ten Punk­te:

1,
Ein­füh­rung einer neu­en Art von nicht ver­brief­ten Wert­pa­pie­ren: “DLT uncer­ti­fi­ca­ted secu­ri­ties”. Die­se Wert­pa­pie­re wer­den bei Emis­si­on in ein Block­chain­re­gis­ter ein­ge­tra­gen. Die­ses Regis­ter muss sehr hohe Anfor­de­run­gen in den Berei­chen Daten­in­te­gri­tät, Funk­tio­na­li­tät und Trans­pa­renz erfül­len. Natür­lich gilt für die­se neue Form der Wert­pa­pie­re das Schwei­zer Recht, sie haben die glei­chen Rech­te, Pflich­ten und Funk­tio­nen wie „klas­si­sche“ Papie­re. Dies bedeu­tet, dass sie wie jedes ande­re zer­ti­fi­zier­te Wert­pa­pier nach schwei­ze­ri­schem Recht über­tra­gen, vor­ge­legt, ver­pfän­det und für ungül­tig erklärt wer­den kann. Nach Schwei­zer Recht wird es aber mög­lich sein, Secu­ri­ty Token aus­zu­stel­len, die die­se Anfor­de­run­gen nicht erfül­len, auch Pay­ment und Uti­li­ty Token kön­nen Block­chain basier­te Wert­pa­pie­re sein, wenn sie eine For­de­rung ent­hal­ten.

2,
Die­se neue Form der Block­chain basier­ten Wert­pa­pie­re bil­den die Basis für eine neue Kate­go­rie von Bör­sen. Die­se Han­dels­plät­ze, die “DLT exch­an­ges”, “DLT tra­ding sys­tems”, oder “DLT tra­ding faci­li­ties” benannt wer­den kön­nen, bie­ten den mul­ti­la­te­ra­len Aus­tausch die­ser neu­en Art der Wert­pa­pie­re zwi­schen ver­schie­de­nen Markt­teil­neh­mern an.

Sie müs­sen außer­dem juris­ti­sche und natür­li­che Per­so­nen, sowie auch kon­zes­sio­nier­te Unter­neh­men zulas­sen, für funk­tio­nie­ren­de Zah­lung­ab­wick­lung und eine siche­re Ver­wah­rung der Papie­re sor­gen. Bei der Grün­dung, der Anmel­dung und dem Betrieb die­ser Han­dels­plät­ze gel­ten die glei­chen, sehr stren­gen recht­li­chen Bestim­mun­gen wie für „klas­si­sche“ Bör­sen, es kann aber in gewis­sen Fäl­len Erleich­te­run­gen für klei­ne­re Betrei­ber geben. Dies muss dann von Fall zu Fall ent­schie­den wer­den. Natür­lich unter­lie­gen die­se neu­en Wert­pa­pie­re den glei­chen Insi­der­han­dels- und Markt­ma­ni­pu­la­ti­ons­ver­bo­ten wie klas­si­sche Papie­re die an Bör­sen gelis­tet und zuge­las­sen sind, Inter­me­diä­re unter­lie­gen selbst­ver­ständ­lich auch allen Com­pli­an­ce Vor­aus­set­zun­gen im Bereich AML.

3,
OTFs, soge­nann­te “Orga­ni­sier­te Han­dels­sys­te­me”, die einen mul­ti­la­te­ra­len oder bila­te­ra­len dis­kre­tio­nä­ren oder nicht­dis­kre­tio­nä­ren Han­del anbie­ten, kön­nen von jeder zuge­las­se­nen Wert­pa­pier­fir­ma betrie­ben wer­den, die auf eige­ne Rech­nung kurz­fris­tig han­delt. Die Jah­res­um­satz­schwel­le von fünf Mil­li­ar­den CHF bei Han­dels­ge­schäf­ten auf eige­ne Rech­nung gilt hier nicht für OTFs.

4,
Block­chain basier­te Wert­pa­pie­re, die Kun­den ein­deu­tig zuge­ord­net wer­den kön­nen, und von der Bank ver­wahrt wer­den, pro­fi­tie­ren wie alle ande­ren ver­wahr­ten Ver­mö­gens­wer­te von einem Insol­venz­recht. In wei­te­rer Fol­ge bedeu­tet das auch, dass das Schwei­zer Recht Pay­ment- und Uti­li­ty Token all­ge­mein als öffent­li­che Ein­la­gen betrach­tet, wenn sie in Ver­wah­rung sind.

Stel­lung­nah­me BMCP: Damit sie ihren Ruf als die Block­chain freund­lichs­te Nati­on der Welt behält, wird mit die­ser neu­en Gesetz­ge­bung auf die Anfor­de­run­gen des Mark­tes reagiert und löst gleich­zei­tig recht­li­che Fra­gen, wel­che schon zu lan­ge einer Beant­wor­tung bedurf­ten. Die Schweiz hat erkannt, wel­che Mög­lich­kei­ten sich durch die­se neue Form der Wert­pa­pie­re eröff­nen und sorgt gleich­zei­tig für eine gute Balan­ce zwi­schen Auf­sicht und Selbst­re­gu­lie­rung und ver­sucht auch klei­nen Markt­plät­zen Chan­cen ein­zu­räu­men.

Fra­ge: Wird das die Basis für den neu­en glo­ba­len Stan­dard für Sekun­där­märk­te von Secu­ri­ty Token?